Die aktuelle Kritik

 

 

Goethes Leiden

 

Musiktheater KonzertAkt verbindet Lieder mit szenischer Darstellung

 

 

Schwerte. Goethe gab sich die Ehre. Im Foyer der Rohrmeisterei. Auf Einladung der Konzertgesellschaft. „Wenn ich dich liebe, was geht´s dich an?“

 

Ein Musiktheater nach Texten von Johann Wolfgang von Goethe hatte das Ensemble KonzertAkt angekündigt, und bereits der Titel ließ vermuten, dass eher mit unerfüllter Sehnsucht als mit ersehnter Erfüllung zu rechnen war.

 

                Goethe kam. Galant, großspurig, glühend – gebrochen. In Gestalt des Schauspielers Joachim Höppner, der den alten Goethe noch einmal die Stationen seines Liebeslebens Revue passieren ließ. Kein stilles Vergnügen, bei dem von der ruhigen Warte des Alters der einstigen Heldentaten der Männlichkeit gedacht wurde. Eher Qual, die Joachim Höppner in eindrucksvoller Sprache schrie, schmeichelte und schwieg. Eher Zerrissenheit, die Joachim Höppner in ausdrucksvoller Geste formte, fühlte und forcierte. Ein faszinierendes Spiel.

 

                 Goethe kam nicht allein. Die Mezzosopranistin Henriette Meyer-Ravenstein und die Pianistin Elisabeth Boström begleiteten ihn. Oder er sie, denn wer bei diesem sinnlich-erotischen Reigen wen inspirierte, blieb offen. Ein Wechselspiel, in dem Henriette Meyer-Ravenstein und Elisabeth Boström Goethes männlicher Selbstgefälligkeit keineswegs hilflos ausgeliefert waren. Halb zog sie ihn, halb sank er hin. Zugegeben, es war mehr als ein Nebenbuhler nötig, aber mit Hilfe der Herren Beethoven, Schubert, Grieg Schumann, Wolf und Mendelssohn-Bartholdy schafften sie es, sogar Goethe eifersüchtig zu machen.

 

                 Goethe bebte, Goethe brüllte, Goethe bettelte, Besonders wenn die bisweilen scharfe, zu knallende Akustik in einem sanfteren Grundton erklang. Wenn das Klavier leiser, die Stimme variabler, die Triller geschmeidiger wurden. Wenn die Stimmung modulierte und überraschende Akzente gesetzt wurden. Es entstand eine atemberaubende Atmosphäre, die Text, Musik und szenische Darstellung zu einer unwiderstehlichen Einheit verschmelzen ließ.

 

In der zweiten Hälfte des Programms gelang dieses Spiel mit Spannung und Entspannung, mit Sehnsucht und Erfüllung, mit Trauer und Heiterkeit geradezu perfekt, und das war nicht allein den Requisiten Strohhut und Chiantiflasche bei Goethes Italienreise zu verdanken.

 

                                               Sabine Thielmann, Ruhr-Nachrichten

 

 

 

KS Brigitte Fassbaender über KonzertAkt:

„Ein kluges und geistreiches Konzept – drei leidenschaftlich beteiligte Könner und Künstler – ein temperamentvolles, originelles Programm voll Tiefgang, Heiterkeit und Charme - ein reines Vergnügen!“


Pressestimmen:

"Wunderheilerinnen: Sie probierten es einmal ganz anders: Nicht zwei Stunden lang ins Publikum lächeln, nicht am Flügel einkrallen, keine knöchellangen Abendroben.... ...so gelang es Musikerinnen und Sprecher, ein gleichermaßen informatives wie amüsantes Dramolett zu entwickeln. Gibt es also doch ein Leben nach dem Tod des Liederabends?
Süddeutsche Zeitung, (Liebst du um Schönheit)

“Henriette Meyer-Ravenstein bezauberte mit ihrem warmen Mezzosopran, mit einer Dynamik vom sanftesten Pianissimo bis zu einem Fortissimo nahe der Schmerzgrenze und mit ihrer leuchtenden Ausstrahlung wohl alle Zuhörer. Die Pianistin Elisabeth Boström - brillant, eruptiv, dynamisch. Viele Hervorrufe und stehende Ovationen.
Welch ein Abend! So anders, so faszinierend, so bewegend!
aus dem Schwedischen, Söderhamn (Kein Haus, keine Heimat)

“Zusammen mit den beiden Frauen des Ensembles KonzertAkt, Elisabeth Boström als kraftvoll (mit)spielende Pianistin und Henriette Meyer-Ravenstein mit hinreißendem, makellosem Mezzosopran, hat Wilgenbus mit subtilen Details eine ungeheuer frische Produktion erarbeitet...”
TZ, München (Wenn ich dich liebe,...)

“Es war also ein großer Liederabend...”
Süddeutsche Zeitung (Kein Haus, keine Heimat)

Die Idee ist neu, und sie ist gut. Denn das Ensemble macht sich mit dem Schauspiel das Wichtigste nicht kaputt - die Musik. Im Gegenteil: das Publikum lauscht intensiver... Wenn Sängerin Henriette Meyer-Ravenstein singt, springt ihre Begeisterung für das Kunstlied über. Ob Liebeslieder ... oder ernste Stücke.... - sie schafft es, den Zuhörer gefangen zu nehmen.”
Münchner Merkur (Kein Haus, keine Heimat)

“In einem Liederabend mit dem Ensemble KonzertAkt kann der Zuschauer erleben, wie sich das romantische Lebensgefühl im modernen Menschen artikuliert.”
AZ, Marktoberdorf (Kein Haus, keine Heimat)

“Die Mezzosopanistin Henriette Meyer-Ravenstein und die Pianistin Elisabeth Boström geboten mit nuanciert geführter Stimme und höchst differenziert geführtem Spiel über so viel gestalterisches Potential, daß die einzelnen Liedinterptretationen mit all ihren in Klang übersetzten Stimmungs- und Gefühlswelten durchaus für sich allein hätten stehen können.”
NWZ, Göppingen (Kein Haus, keine Heimat)

“So entstand ein lebensvolles und bewegendes Bild des Komponisten Johannes Brahms...Frappierend, wie sich in dieses Bild einzelne Lieder einfügten, mit großer Umsicht ausgewählt, beleuchtend und situationsgerecht.”
Wiesbadener Kurier, (Kein Haus, keine Heimat)

“Klug sind Texte und Musikstücke ausgewählt und so geschickt montiert, daß manch Entlegenes Interesse weckt und Altbekanntes im neuen Kontext pikanten Sinn bekommt...der Versuch, Musik und Literatur in einen lebendigen szenischen Dialog zu setzen, ist geglückt, und so entsteht ein einfühlsames Bild des Ego- und Erotomanen Goethe.”
Münchner Merkur (Wenn ich dich liebe,...)